Vor etwa 4 Jahren hat man sich die Frage gestellt, oder stellen lassen, ob Deutschland bereit wäre, eine Frau als Bundeskanzlerin zu haben. Deutschland war bereit und wurde seitdem von Angela Merkel regiert.
In der Gegenwart wurde am vergangenen Wochenende diese Frau im Amt bestätigt, von einigen Stimmverlusten abgesehen, wollte die Mehrheit sie auch weiterhin an der Spitze sehen. Gut, böse Zungen mögen behaupten, der Grund liegt im Mangel an Alternativen – aber über Politik kann man sich immer gut streiten.

Die Bundestagswahl brachte aber auch noch ein anderes Ergebnis. Die FDP, klassischer Koalitionspartner der CDU/CSU, hat wieder genug Stimmen vereint um die alte Ehe aufblühen zu lassen.
Als Folge wäre der geoutete Homosexuelle, Guido Westerwelle, als Vize-Kanzler und Außenminister dafür zuständig, unser Land in den nächsten Jahren im Ausland zu vertreten.
Nach 4 Jahren Merkel scheint die Frage jetzt zu lauten: ist Deutschland bereit für einen schwulen Außenminister? Es klingt schon etwas wie aus einer Seifenoper oder einen Film, der in der Zukunft spielt. Eine Frau als Staatsoberhaupt, ein Schwuler als Vertretung – vielleicht könnte man es noch mit einer schwarzen oder sogar transsexuellen Bundespräsidentin krönen. Aber soweit ist es (noch) nicht. Im Moment tun sich offenbar einige noch schwer mit einen homosexuellen Außenminister. Mal wird spöttisch über seine mangelnden Englisch-Kenntnisse gesprochen, dann wird er wieder auf den Posten des Superministers für Finanzen und Wirtschaft gelobt, weil er da ja so unglaublich gut für geeignet wäre….
Statt Westerwelle soll uns lieber Guttenberg im Ausland vertreten. Guttenberg, der Senkrechtstarter in der Politik. Männlich-markantes Gesicht, AC/DC Fan, er macht einen harten Eindruck und kann sicherlich noch viel mehr, als nur Luftgitarre spielen.
Aber warum dieser Rückzieher? Joschka Fischer hätte es anfangs sicherlich auch niemand zugetraut, aber ich vergaß, der trug ja auch nur Turnschuhe und war nicht homosexuell.
Guido Westerwelle ist angetreten und hat gewonnen. Ihn jetzt unter fadenscheinigen Begründungen auf einen anderen Posten abzuschieben, wäre falsch. Und sollte Westerwelle beim nächsten Was-weiß-ich-Gipfeltreffen Barack Obama auf den Arsch gucken wollen, dann soll er das doch machen? Vielleicht gefällt es ja sogar? Hauptsache er macht seinen Job gut und die Chance dafür hat er durch die Wahl verdient.
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